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Die allochthone Kolonie der Mauereidechsen im „Botanischen Garten Bochum“ OLAF DIEME
Diese Mauereidechsen-Population befindet sich nur einige Kilometer weiter westlich der hier schon vorgestellten Population in Witten. Beide sind allerdings durch einen Fluss, die Ruhr, getrennt. Auch unterscheiden sie sich von der Herkunftsregion. Laut SCHULTE et al. (2011) stammen die Bochumer Mauereidechsen aus dem östlichen Frankreich (Unterart: Podarcis muralis brongniardii), während die Wittener Mauereidechsen aus dem südlichen Alpengebiet (Unterart: Podarcis muralis maculiventris) dorthin verschleppt wurden. Schon Mitte der neunziger Jahre wurden hier im Botanischen Garten Mauereidechsen beobachtet. Sie bewohnen vornehmlich das sogenannte Alpinum mit seinen vielen Versteckmöglichkeiten (siehe Banner oben und Bild 1-2). Die in größerer Zahl vorhandenen Trockenmauern in unmittelbarer Nähe des Alpinum bilden ebenfalls einen hervorragenden Lebensraum und werden, Dank der reichlichen Ritzen zwischen den Steinen, gut von den Eidechsen angenommen.
Aber auch die im Botanischen Garten öfters anzutreffenden Ringelnattern (Natrix natrix) suchen gern diese Trockenmauern auf (Bild 3), zumindest die kleineren Schlangen ziehen sich darin auch zurück (selbst beobachtet im Jahr 2013, getrübte Augenlinsen der Schlange deuteten auf baldige Häutung hin). Konflikte zwischen Ringelnattern und Mauereidechsen konnten bis jetzt nicht beobachtet werden, wahrscheinlich Dank des guten Angebotes an Amphibien in den vielen Teichen in der Nähe.
Besonders froh war ich, den Paarungsbiss und die Paarung im Bild festzuhalten zu können (Bild 4-5)
Zum Abschluss noch einige Bilder (6-15) über das Leben der Mauereidechsen im Botanischen Garten Bochum.
Literatur: SCHULTE et al., 2011: Verbreitung, geografische Herkunft und naturschutzrechtliche Aspekte allochthoner Vorkommen der Mauereidechse (Podarcis muralis) in Deutschland, Zeitschrift für Feldherpetologie 18: 161–180 Verfasser: Olaf Dieme, Bochum, Olaf-Dieme@t-online.de |